Im Rahmen der Klimaanpassungsprojekte wurde die Resilienz der Remagener Schulen und Kitas gegenüber klimatischen Veränderungen erhöht und die Aufenthaltsqualität und der Erholungswert für Schul- und Kitakinder verbessert. Durch die Umgestaltung haben die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung an Außenwirkung gewonnen.
KLIMAANPASSUNG AN SCHULEN UND KITAS
Modellprojekt - Klimaanpassung an Schulen


Schulen sind gegenüber dem Klimawandel und den damit einhergehenden Hitzeperioden besonders sensible Orte. Junge Menschen gehören zu den vulnerablen Gruppen, die besonders durch die Auswirkungen von Hitze gefährdet sind. Gleichzeitig besitzen besonders die Grün- und Freiräume auf Schulhöfen eine hohe Bedeutung als sozialer Begegnungsort und zur Gesundheitsvorsorge. Aus diesem Grund war es der Stadt Remagen ein dringendes Anliegen, die städtischen Schulhöfe klimaangepasst zu gestalten.
Das Vorhaben wird mit 1,6 Millionen Euro durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. Alle Maßnahmen wurden bis Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossen.
Projektergebnisse
Durch das Projekt konnten gleichermaßen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung umgesetzt und die Bevölkerung für diese Themen sensibilisiert werden. Durch die Ausweitung und ökologische Aufwertung von Grünflächen, die Pflanzung heimischer Gehölze sowie die Anlage von Hecken, Staudenbeeten, Dach- und Fassadenbegrünung konnten die Verschattung und Verdunstung erhöht und so die Temperaturen, besonders an heißen Sommertagen, spürbar reduziert werden. Ferner trägt die Verwendung heller Materialien mit höherem Reflexionsvermögen zu einer erheblichen Temperaturreduktion im Vergleich zu stark absorbierendem Asphalt und Beton bei. Die zusätzliche Bepflanzung und Entsiegelung bewirkt eine Verbesserung der Luftqualität (CO2- und Schadstoffbindung), eine Erhöhung der Biodiversität und der Artenvielfalt. Durch Entsiegelung und Begrünung sowie den Einbau wassergebundener Decken als natürlicher Regenwasserrückhalt und –speicher konnte der Oberflächenabfluss auf vormals versiegelten Flächen deutlich reduziert werden. Durch den Einbau von zwei Zisternen wird das gespeicherte Regenwasser nun zur Bewässerung des Schulgartens genutzt und Trinkwasser eingespart. Die Pflanzung heimischer und klimaangepasster Arten und der Einsatz nachhaltiger Bewässerungssysteme in Kombination mit Regenwasserretention sichern den Erhalt der neu entstandenen und aufgewerteten Grünflächen langfristig.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Klimaresilienz realisiert werden kann und liefert wertvolle Erkenntnisse für die kommunale Praxis sowie den Transfer auf andere Kommunen. Die Umgestaltung der Schulen nimmt einerseits die besondere Vulnerabilität junger Menschen für Klimafolgen in den Blick und trägt andererseits durch ihre Multiplikatorenfunktion zur Sensibilisierung und Mobilisierung der breiten Öffentlichkeit bei.
Grundschule Remagen
Auf dem Schulhof und dem angrenzenden Schulgarten wurden Vertikalbegrünungen sowie heimische Gehölze, Hecken und Staudenbeete gepflanzt, um die Biodiversität zu fördern und zusätzliche Lebensräume für Insekten und Vögel zu schaffen. Mithilfe der neuen Zisterne kann Regenwasser von den angrenzenden Gebäuden gesammeln und anschließend für die Bewässerung des Schulgartens genutzt werden. Die Baumscheibe eines bestehenden Baumes wurde entsiegelt, um das Wurzelwachstum, die Luft- und Wasserdurchlässigkeit zu unterstützen und die Widerstandsfähigkeit und Gesundheit der Bäume langfristig zu sichern. Die Maßnahmen tragen zusätzlich zu einer höheren Verdunstung, Wasseraufnahme und Kühlung bei und tragen sich positiv auf die Aufenthaltsqualität aus.
Vorher![]() | Nachher![]() |
![]() | ![]() |
Grundschule Kripp
Der Eingangsbereich der Grundschule wurde entsiegelt, begrünt und mit helleren Pflastersteinen versehen, die sich weniger stark aufheizen. Zudem wurde die vorhandene Grünfläche durch Errichtung eines Atriums aus Natursteinstufen, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und die Pflanzung heimischer Gehölze, Hecken und Staudenbeete umgestaltet und aufgewertet. Sichere Fahrrad- und Rollerabstellmöglichkeiten, zum Teil mit witterungsfestem Gründach, wurden vor der Eingangstür sowie nahe der Turnhalle installiert.
| ![]() |
Grundschule Oberwinter
Der Bereich unter den schattenspenden Bäumen auf dem Schulhof wurde großflächig entsiegelt und mit einer Hackschnitzelfläche, neuen Sitzmöglichkeiten und Free-Climbing-Wänden versehen. Ziel der Maßnahmen war es, dass der Schattenbereich auf dem Schulhof, besonders in den Sommermonaten intensiv durch die Schulkinder genutzt werden kann. Holzhackschnitzelflächen sind eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Bodenbelägen und haben eine durchlässige Struktur, die das Versickern von Regenwasser fördert. Im Vergleich zu versiegelten Flächen wie Asphalt oder Beton können sie so überschüssiges Wasser besser aufnehmen und verhindern, dass es oberflächlich abfließt. Aufgrund einer zukünftigen Schulerweiterung und deren Baumaßnahmen können hier zunächst nur kleine Maßnahme umgesetzt werden.
![]() | ![]() |
Integrierte Gesamtschule Remagen
Der Schulhof A wurde großflächig entsiegelt und durch eine versickerungsfähige Fläche mit neuen Spielmöglichkeiten ersetzt. Die Neupflanzung von Bäumen, Hecken und Staudenbeeten erhöht die Wasseraufnahme, die Verdunstung und die Verschattung auf dem Schulhof, wordurch die Aufenthaltsqualtität deutlich erhöht werden konnte. Das Dach der Sporthalle wurde begrünt, so dass es zusätzlich im Sommer gegen Hitzeentwicklungen und im Winter gegen Kälte isoliert. Gründächer besitzen zudem die Fähigkeit Schadstoffe aus der Luft zu filtern und Wasser bei Starkregenereignissen zurück zu halten. Auch der Schulhof im hinteren Teil der Schule wurde teilweise entsiegelt, zusätzliche Bäume gepflanzt und verschattete Sitzmöglichkeiten geschaffen. Zusätzlich wurde ein grünes Klassenzimmer für den Unterricht im Freien errichtet. Durch den Einbau einer Zisterne kann das gesammelte Regenwasser zur Bewässerung des Schulgartens genutzt werden.
![]() | ![]() |
![]() | ![]() |
Klimaanpassung an Kindertagesstätten

Zum Schutz der Kleinsten in Remagen wurden die städtischen Kitas an die zunehmende Hitze in den Sommermonaten angepasst. Zur besseren Verschattung wurden Bäume gepflanzt und, wo möglich, Sonnensegel und Sonnenschirme installiert, um die Kinder in den heißen Sommermonaten angemessen vor der Sonne zu schützen. Entsprechende Maßnahmen werden an den Kitas St. Anna, Oedingen und Goethe-Knirpse durchgeführt. In den Kitas Oedingen und Unkelbach wurden Fassadenbegrünung mit traubenfreiem, wilden Wein zur Verschattung der Terrasse und Gebäude erstellt.
Die Maßnahme wird im Rahmen des "Kommunalen Investitionsprogramms für Klimaschutz und Innovationen" (KIPKI) des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.












