Grabungsfoto aus dem Jahr 1900 im Bereich der Kirche St. Peter und Paul

2000 JAHRE REMAGEN

RIGOMAGVS

Straßenanzeiger aus dem 3. Jh. n. Chr.

Das heutige Remagen geht auf das römische Kastell RIGOMAGVS zurück. Beleg ist ein unscheinbarer Balken, der aus einer Palisade stammt, die kurz nach Christi Geburt vom römischen Militär hier errichtet wurde. Das später errichtete Kastell, das als südlichster Stützpunkt des Niedergermanischen Limes fungierte, bestand bis in das 5. Jhd. n. Chr. und ist seit 2021 Teil des UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches - Niedergermanischer Limes“. Einen Einblick in die zahlreichen Funde aus dem Kastell, der vorgelagerten Siedlung und den Gräberfeldern gibt das RÖMISCHE MUSEUM REMAGEN. Spätrömische Festungsmauern sind an mehreren Stellen erhalten und zu besichtigen. Der Name RIGOMAGVS ist keltischen Ursprungs und bedeutet „Königsfeld“. Dass vor der Eroberung durch das römische Imperium bereits Kelten im Bereich des heutigen Stadtgebiets siedelten, konnte durch Ausgrabungen belegt werden, bei denen Reste eines keltischen Bauernhofes aus der Zeit um 500 v. Chr.  gefunden wurden.

Mit den römischen Truppen war auch das Christentum nach Remagen gekommen. Nach ihrem Abzug gab es spätestens im 6. Jahrhundert schon eine Kirche in Remagen.

Fränkische Siedler

Die erste Nennung Remagens im Mittelalter im Jahre 755 betrifft die Schenkung eines Weingartens „in castro Rigomo“. Sie zeigt, dass die Befestigung noch vorhanden war und Weinbau betrieben wurde. Neben der romanischen Bevölkerung hatten sich fränkische Bauern niedergelassen. Sie begruben ihre Toten am Fuße des heutigen Apollinarisberges. Auf dem Berg errichteten sie eine Kirche, die dem fränkischen Nationalheiligen Martin von Tours geweiht war. Im Jahre 1110 schenkten die Einwohner von Remagen diesen Martinsberg mit der Kirche den Benediktinern der Abtei Siegburg und bauten dort für die Mönche ein Kloster. Seit dem 14. Jahrhundert entwickelte sich auf dem Berg die Wallfahrt zur Reliquie des heiligen Apollinaris. Aus dem „Martinsberg“ wurde der „Apollinarisberg“. Die romanische Kirche aus dem Mittelalter wurde 1838 wegen Baufälligkeit niedergelegt. Franz Egon von Fürstenberg Stammheim beauftragte einen Neubau durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner. Dieser neugotische Bau ist wegen seiner Fresken berühmt, die durch Maler der Düsseldorfer Nazarenerschule erfolgte. Heute ist die Apollinariskirche das eines der Wahrzeichen der Stadt.

1198 wurde Remagen niedergebrannt. Dabei wurde wohl auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul schwer in Mitleidenschaft gezogen und in der Folge wiederaufgebaut. Das romanische Pfarrhoftor mit seinen geheimnisvollen Skulpturen stammt noch aus dem 12. Jahrhundert.

Apollinariskirche 


Erste urkundliche Nennung

In einer Urkunde 1221 wurden die Bürgerschaft von Remagen und die Mönche auf dem Martinsberg von jeglicher Steuerzahlung befreit. Das Siegel dieser Urkunde trägt die Umschrift SIGILLVM LIBERE CIVITATIS RIEMAGE - Siegel der freien Stadt Remagen. Doch mit den Freiheitsbestrebungen war es bald vorbei: 1248 verpfändete der deutsche König Wilhelm von Holland Remagen an den Grafen von Berg. 1357 erlaubte Kaiser Karl IV, das „Dorf Remagen“ mit einer Mauer zu umgeben.

Einführung der Reformation & Einmarsch französischer Truppen

Ein weiterer Einschnitt kam im September 1794 mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen. Remagen wurde französisch und die Orte Bodendorf, Oedingen und Rolandswerth wurden der „Mairie Remagen“ zugeordnet. Diese Zuordnung wurde auch nach 1815 beibehalten, als das Rheinland preußisch wurde.

Wirtschaftsentwicklung & die beiden Weltkriege

Die wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts sprengte die mittelalterlichen Stadtmauern. Der Rhein war zwar schon im 18. Jahrhundert von – meist englischen – Reisenden entdeckt worden, aber erst im 19. Jahrhundert entstand ein ausgeprägter Rheintourismus. Hotels der gehobenen Klasse wie das „König von Preußen“ und das „Fürstenberg“ der Familie Caracciola veränderten die Rheinfront. Sie wurde ab 1842 zu einer Promenade ausgebaut. Nun konnten hier Dampfschiffe anlegen. In den Jahren 1858/1859 erreichte die rheinische Eisenbahn auch die Stadt Remagen und verband sie mit Bonn, Köln und Koblenz; 1880 folgte die Ahrtalbahn. Nicht zuletzt die neue Apollinariskirche lockte Besucher nach Remagen. Reiche Unternehmer, vornehmlich aus Köln, bauten mit Humboldtstein, Marienfels, Calmuth, Herresberg und Ernich sowie in Rolandseck herrschaftliche Sommersitze in bevorzugter Lage am Rhein.

Dieser Entwicklung setzten der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Besatzungszeit ein jähes Ende. Fast gleichzeitig wurde der Weinbau, der über mehr als ein Jahrtausend die Wirtschaft bestimmt hatte, innerhalb von wenigen Jahren ein Opfer von Schädlingen und dem wirtschaftlichen Wandel.

Am Ende des 2. Weltkriegs wurde Remagen durch Bomben schwer getroffen. Die „Ludendorff-Brücke“, die im 1. Weltkrieg aus militärischen Gründen gebaut wurde und im Frieden nutzlos war, machte den Namen „Remagen“ weltbekannt. Obwohl die Stahlkonstruktion der Brücke nach schwerem deutschem Beschuss am 17. März 1945 in den Rhein stürzte, bewahrte der unerwartete Rheinübergang von US-Truppen am 7. März 1945 über die „Brücke von Remagen“ die Stadt vor noch schlimmeren Schäden. Seit 1980 zeigt das FRIEDENSMUSEUM in den Brückentürmen nicht nur ihre Geschichte, sondern setzt sich auch mit der Thematik des Friedens auseinander.

Ein riesiges Kriegsgefangenenlager der US-Army verwandelte im Frühjahr 1945 die „Goldene Meile“ in ein Feld des Leidens, das bis heute schmerzliche Erinnerungen weckt. Die Kapelle der Schwarzen Madonna erinnert an diese Zeit.

Gründung der Bundesrepublik Deutschland und Bevölkerungsentwicklung

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 brachte die Nähe zum Regierungssitz Bonn zunächst Nachteile für Remagen. Zahlreiche Hotels und andere Gebäude wurden für den französischen Hohen Kommissar André François-Ponçet in Beschlag genommen. Mit einer großzügigen Stiftung trug dieser aber auch zum Wiederaufbau und zur Verschönerung der Stadt bei. Haus Ernich war von 1955 bis 1999 die Residenz der Botschafter der Französischen Republik.

Im Rahmen der Kommunalreform 1969 in Rheinland-Pfalz schlossen sich die zuvor selbstständigen Gemeinden Oberwinter, Oedingen, Remagen, Rolandswerth und Unkelbach zur neuen „Stadt Remagen“ zusammen, während sich Bodendorf mit rund 1.700 Einwohnern der Nachbarstadt Sinzig anschloss. 

Regierungsumzug & Ausgleichsmaßnahme

Der Umzug von Regierung und Parlament von Bonn nach Berlin bescherte Remagen als Ausgleichsmaßnahme 1998 den RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz, in dem inzwischen fast 3.000 Studierende unterrichtet werden. Als weitere Ausgleichmaßnahme entstand der Neubau des Arp Museums Bahnhof Rolandseck, das mit seinen Ausstellungen seit 2007 jährlich fast 100.000 Kunstinteressierte anzieht.


Heute gilt Remagen als eines der schönsten Ausflugsziele im romantischen Mittelrheintal. Dank der vielen Galerien und Künstlerateliers genießt Remagen den Ruf als lebendige Kunststadt. Die attraktiven Feste und Märkte locken darüber hinaus immer mehr Besucher in die lebendige Innenstadt mit ihren kleinen Geschäften und gemütlichen Restaurants.

Wappen der Stadt Remagen

Stadtwappen Remagen

Wappenbeschreibung
In Rot über einem von einer silbernen Säule getragenen gezinnten silbernen Doppelbogen eine silberne Burg mit einem breiten runden Kuppelturm mit grüner Kuppel zwischen zwei übereckstehenden silbernen Zinnetürmen, im Bogen ein linkshin springender, gekrönter, goldener Wolf.

Wappenerklärung
Das Wappen wurde aus dem "Großen Stadtsiegel" von 1221 entwickelt. Die Deutung des Remagener Siegels ist nur zu einem Teil sicher. Während Zinnen und Türme zweifellos als Hinweis auf die Stadtrechte zu verstehen sind, gibt der gekrönte Wolf vor der Doppelarkade Rätsel auf. Lediglich die Krone ist ein eindeutiges Symbol, das nur auf den König bzw. das Reich hinweisen kann.


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