Mit ihrer neuen Richtlinie zur Förderung der hausärztlichen Versorgung setzt die Stadt Remagen ein Zeichen für die langfristige Sicherung der ärztlichen Versorgung vor Ort.
Nun konnte der erste Förderbescheid über 30.000 Euro an die Hausarztpraxis von Linda Freese und Dr. Philip Decker überreicht werden, die zum 01. Oktober 2026 die bisherige Praxis von Dr. Jürgen Lenk übernommen haben. Unter dem neuen Namen „Praxis Central“, der sich am historischen Namen des Gebäudes direkt gegenüber vom Remagener Bahnhof orientiert, wird die hausärztliche Versorgung mit deutlich erweitertem Versorgungsauftrag als Gemeinschaftspraxis fortgeführt.
„Eine wohnortnahe und zuverlässige hausärztliche Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität in unserer Stadt. Wir möchten mit der Förderung dazu beitragen, dass sich Ärztinnen und Ärzte in Remagen niederlassen, bestehende Praxen weiterentwickelt werden und die medizinische Versorgung langfristig gesichert wird. Dass wir nun den ersten Förderbescheid überreichen können, freut mich besonders. Ich hoffe, dass dies auch andere Medizinerinnen und Mediziner ermutigt, den Schritt in die eigene Praxis oder eine Niederlassung in Remagen zu wagen“, erklärt Bürgermeister Björn Ingendahl.
Mit der Übernahme der Praxis führen Linda Freese und Dr. Philip Decker die Praxis im Remagener Stadtzentrum fort und setzen zugleich eigene Schwerpunkte. Linda Freese ist Fachärztin für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Diabetologie und Palliativmedizin. Dr. Decker ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie und verfügt über weitere Qualifikationen in den Bereichen Notfall-, Intensiv- und Palliativmedizin sowie spezielle Schmerztherapie. Unterstützt werden sie weiterhin von T. Chau Trong, ebenfalls Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie, und dem bewährten Praxisteam.
Das Leistungsspektrum der Praxis reicht von der hausärztlichen Grundversorgung mit Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und der Behandlung chronischer Erkrankungen über die psychosomatische Grundversorgung bis hin zur Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes. Weitere Schwerpunkte sind die palliativmedizinische Versorgung sowie der Aufbau einer ganzheitlichen und individuellen Schmerztherapie.
Auch in die technische Ausstattung wird jetzt investiert: Als erste Neuerung nach der Übernahme wurde ein Polygraphiegerät angeschafft. Damit können Untersuchungen zur Erkennung von Schlafapnoe, also schlafbezogenen Atemstörungen, durchgeführt werden. Die Anschaffung erweitert das diagnostische Angebot der Praxis und ermöglicht es, entsprechende Untersuchungen direkt vor Ort anzubieten.
Mit der neuen Förderrichtlinie möchte die Stadt Remagen Anreize schaffen, um die hausärztliche Versorgung zu stärken und vorhandene Kapazitäten langfristig zu sichern. Gefördert werden Praxisneugründungen und -übernahmen mit einer pauschalen Unterstützung von bis zu 30.000 Euro. Auch Investitionen in die Modernisierung der Praxis, die Barrierefreiheit oder in medizinische Geräte können mit bis zu 30.000 Euro bezuschusst werden. Darüber hinaus unterstützt die Stadt die Einrichtung von Zweigpraxen sowie die Anstellung zusätzlicher Hausärztinnen und Hausärzte mit bis zu 20.000 Euro.
Die Förderung ist eine freiwillige Leistung der Stadt und ist in einer Richtlinie geregelt, die vorerst bis zum 31. Dezember 2028 befristet ist. Interessierte Ärztinnen und Ärzte können beim Remagener Stadtmarketing, das in diesem Fall die Beratung und Koordination übernimmt, entsprechende Förderanträge einreichen.

