KLIMASCHUTZMASSNAHMEN

Die Stadt Remagen hat ihre Verantwortung im Klimaschutz erkannt und in den vergangenen Jahren bereits einige Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Hier finden Sie Informationen zum Klimaschutzkonzept und den Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Remagen in den Bereichen Energie und nachhaltige Mobilität.

Klimaschutzkonzept

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, dessen Auswirkungen global immer sicht- und fühlbarer werden. Auch die Stadt Remagen ist durch eine Zunahme von Starkregenereignissen, Hitzewellen und Trockenperioden, Waldsterben und Wasserknappheit geprägt. Die Stadt Remagen will ihren Teil zum Klimaschutz beitragen.  

Im September 2021 wurde das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadtrat Remagen einstimmig im Stadtrat beschlossen. Angelehnt an die Klimaschutzziele des Bundes lautet das Ziel für Remagen Nettotreibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045. Für das Engagement und den Einsatz aller beteiligten Akteurinnen und Akteure sagen wir – DANKE!

Die Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes wurde durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. 

Erneuerbare Energien

Windenergie

Windenergie ist eine wichtige Energiequelle, die dabei hilft, die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen und die regionale Wertschöpfung zu steigern. Gleichzeitig stellt der Bau von Windenergieanlagen einen Eingriff in die Natur und Landschaft dar, weshalb viele Aspekte sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen. Ende 2023 wurde die Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens (IBV) für Windkraft in Remagen auf der kommunalen Potenzialfläche „Goldgrube“  entlang der L79 an der Grenze zu Grafschaft politisch beschlossen. Darauf aufbauend leitete die Stadt am 18.03.2024 ein IBV ein und identifizierte einen Projektierer, mit welchem ein Pachtvertrag geschlossen werden könnte. Entscheidend für die Auswahl des Projektierers waren auch mögliche Beteiligungsformate für Bürgerinnen und Bürger an dem Windpark.  Der Abschluss des Pachtvertrags ist an die vorherige Durchführung einer Bürgerinformationsveranstaltung geknüpft, um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig zu informieren. Diese soll voraussichtlich im Mai 2026 stattfinden, der Termin wird frühzeitig bekanntgegeben.

Nach der Bürgerinformationsveranstaltung werden die Standorte der Anlagen im Genehmigungsverfahren gründlich überprüft. Hierzu gehören unter anderem die Einholung von Gutachten, die die Machbarkeit und mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, die Bevölkerung sowie die lokale Infrastruktur prüfen. Die Bürgerinnen und Bürger werden über das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens informiert.

Solarenergie

Der Ausbau der Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Remagen. Bis 2045 sollen auf 100 % der geeigneten Dachflächen von kommunalen Liegenschaften, Privathaushalten und gewerblich genutzten Gebäuden Solaranlagen installiert werden. Einige kommunale Liegenschaften nutzen das Potenzial der Sonne schon heute:
Auf den Dächern der Grundschulen Oberwinter und Kripp wurde bereits in den Jahren 2008 und  2009 jeweils eine Photovoltaik-Anlage angebracht. Darüber hinaus erhielt das Freizeitbad Remagen im Jahr 2012 Absorbermatten, also solarthermische Anlagen, die dabei helfen, das Beckenwasser im Freizeitbad zu erwärmen. Dadurch konnte der Gasverbrauch im Schwimmbad deutlich reduziert werden. Weitere Photovoltaik-Anlagen sind auf den Dächern der Kita Oedinger Höhenzwerge, dem Rathaus, Verwaltungsgebäude und Bauhof, sowie dem Freizeitbad Remagen installiert. Darüber hinaus sind mehrere Dächer städtischer Gebäude für die Errichtung von Photovoltaikanlagen verpachtet. Weitere Gebäude werden derzeit auf die Realisierbarkeit von Solarenergie geprüft.

Informationen für Bürgerinnen und Bürger 
Mit dem kostenfreien und flächendeckenden Solarkataster des  Solarkataster des Kreises Ahrweiler erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob auch Ihr Dach für eine Solaranlage geeignet ist.
Im erfolgreichen Förderprogramm „Balkonkraftwerke für Remagener Bürger*innen“ wurden aufgrund der hohen Nachfrage bereits Ende 2025 alle Mittel verausgabt. Eine mögliche Verlängerung wird derzeit geprüft. Hier finden Sie weitere Informationen, Tipps und Fördermöglichkeiten der Stadt Remagen.

Kommunale Wärmeplanung

Gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern möchte die Stadt Remagen den Weg in eine klimaneutrale und kosteneffiziente Wärmeversorgung bis 2040 gehen. Die Transformation des Wärmesektors hin zu erneuerbaren Energien ist ausschlaggebend für die Erreichung der Klimaschutzziele. Hierfür muss eine nachhaltige, ökologisch verantwortungsvolle und wirtschaftlich tragfähige Infrastruktur geschaffen werden. Ein wichtiger Baustein in der kommunalen Wärmewende ist die Kommunale Wärmeplanung, welche gemeinsam mit der Stadt Sinzig für die jeweiligen Gemeindegebiete beauftragt. 

Der kommunale Wärmeplan der Stadt Remagen wurde am 03.07.2025 durch den Stadtrat beschlossen und zeigt auf, welche Versorgungsarten wie Wärmenetze, dezentrale erneuerbare Technologien oder Hybridsysteme für die Versorgung mit Raumwärme und Warmwasser in den verschiedenen Stadtgebieten in Remagen möglich und am besten geeignet sind. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurden drei Prüfgebiete (Kernstadt Remagen, Oberwinter und Unkelbach) identifiziert, die sich für den Aufbau eines zentralen Wärmenetzes eignen könnten. Ferner soll das Potenzial unvermeidbarer Abwärme geprüft werden.

Die kommunale Wärmeplanung zeigt jedoch auch, dass umfangreiche energetische Gebäudesanierungen ein zentraler Baustein für die Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung ist. Denn: Eine klimaneutrale Wärmeversorgung kann nur funktionieren, wenn der Wärmebedarf deutlich sinkt. Eine höhere Energieeffizienz der Gebäudehülle kann sich bereits durch kleine Maßnahmen in Eigenleistung auch im Geldbeutel bemerkbar machen. Eine energetische Sanierung und Umstellung auf nachhaltige Wärmeversorgung ist auch vor dem Hintergrund steigender Kosten für Erdgas und Heizöl in Zukunft sinnvoll. Hier finden Sie einige Tipps und Fördermöglichkeiten der Stadt Remagen.

Die Erstellung des kommunalen Wärmeplans im Konvio mit der Stadt Sinzig wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. 

Energieeffizienzmaßnahmen

Energieeffizienzmaßnahmen finden kontinuierlich statt und werden fortlaufend überprüft. Im Fokus stehen unter anderem die Sanierung und Dämmung städtischer Gebäude, der Austausch alter Heizungsanlagen gegen  umweltfreundliche, effiziente Wärmeversorgungsanlagen,  sowie der Wechsel herkömmlicher Leuchtmittel auf LED. Durch die Maßnahmen konnten schon deutliche Stromeinsparungen erzielt werden. Dies zeigt sich etwa bei der Stromersparnis der Straßenbeleuchtung im Remagener Stadtgebiet. Beispielsweise konnte durch die Umstellung der alten Halogenleuchten der Flutlichtanlage des Sportplatzes Remagen auf effiziente LED-Leuchtmittel etwa 50 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs eingespart werden.  Diese Maßnahme wurde durch die nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.  

Zusätzlich wurde die Flutbeleuchtung auf den Sportplätzen Kripp und Oberwinter mit Mitteln aus dem  Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation, kurz KIPKI, des Landes Rheinland-Pfalz auf ressourcenschonende LED-Beleuchtung umgerüstet.

Energiemaßnahmen in Planung

  • Weitere Umstellung  auf LED 
  • Sanierungsfahrplan im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung

Nachhaltige Mobilität

Mobilitätskonzept Remagen - "gleichberechtigt, miteinander, mobil"

Die Politik und Verwaltung möchten Mobilität für ihre Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt und sicher gestalten. Dazu sollen insbesondere der Fuß- und Radverkehr gestärkt und bei künftigen Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Auf Basis einer umfassenden Bürger*innen-Befragung im Herbst 2020 und Klausurtagungen mit Politik und Verwaltung wurden Maßnahmen nach und nach identifiziert und umgesetzt. Das neue Leitbild des  Mobilitätskonzeptes für Remagen lautet "gleichberechtigt, miteinander, mobil". Dazu gehört auch der Einbezug vielfältiger Interessen, die aus den Bedürfnissen verschiedener Nutzungsgruppen entstehen. Besonders berücksichtigt werden Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ältere Menschen sowie Kinder und Jugendliche.

 Kreisweites E-Bike-Verleihsystem "AW-Bike"

Im März 2024 das kreisweite  E-Bike-Verleihsystem "AW-Bike" eingeführt, welche in Remagen mit vier Standorten vertreten ist:

  • Bahnhof Remagen ( Maisons-Laffitte-Platz)
  • Gewerbepark Dieselstraße
  • Kripp Fähre
  • Rhein-Ahr Campus

Weitere Informationen zur Ausleihe, Reichweiten und Tarifen erhalten Sie auf der Seite der Kreisverwaltung Ahrweiler unter www.nextbike.de/aw-bike.

Errichtung und Modernisierung von Fahrradabstellanlagen

Seit 2022 wurden insgesamt 280 neue Fahrradbügel durch den städtischen Bauhof im Stadtgebiet installiert. Diese ersetzen und ergänzen bestehende Fahrradabstellplätze, welche den aktuellen Standard nicht mehr erfüllen. Die Standorte für die neuen Fahrradbügel wurden in Zusammenarbeit mit den städtischen Kitas, Schulen und den Ortsbeiräten ausgewählt. Aufgrund der Neugestaltung der Innenstadt im Zuge des Städtebauförderprogramms werden die Fahrradbügel in der Remagener Kernstadt erst später geplant und installiert. Die neuen Bügel sollen den erhöhten Anforderungen an Abstellanlagen Rechnung tragen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger sowie Touristen nutzen E-Bikes und benötigen entsprechend qualitative Abstell- und Abschließmöglichkeiten. Die neuen Fahrradbügel stellen eine der Maßnahmen dar, die im Rahmen des im Winter 2022 beschlossenen Mobilitätskonzeptes umgesetzt werden sollen (siehe oben). 

Zusätzlich wird das Angebot an Reparaturstationen sukzessive ausgebaut. Die Stationen bieten rund um die Uhr eine Luftpumpe sowie diverse Werkzeuge für kleinere Reparaturen an Fahrrädern,  Kinderwagen und Rollstühlen. An folgenden Standorten sind die Reparaturstationen zu finden: 

  • Marktplatz (vor dem Rathaus Nebengebäude)
  • Maisons-Laffitte-Platz 
  • Bahnhof Oberwinter (Hauptstraße 27, geplant für Sommer 2026)
  • Bahnhof Remagen (Am Güterbahnhof, geplant für Sommer 2026)

Diese Maßnahme wurde durch die nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.


Eine Übersicht über Lademöglichkeiten für E-Bikes im Stadtgebiet finden Sie im Bereich Mobilität.


E-Carsharing in Bürgerhand Kreis-Ahrweiler
(eCB Kreis-Ahrweiler) - Remagen und Sinzig

Mit Unterstützung der Städte Remagen und Sinzig haben engagierte Bürger*innen die Initiative eCB Kreis-Ahrweiler ins Leben gerufen und Carsharing in Remagen ermöglicht. Die Autos werden über die Energiegenossenschaft BürgerEnergie Rhein-Sieg eG zur Verfügung gestellt und verwaltet. Mehr zu dem Thema finden Sie unter unserer Rubrik "Mobilität - Mit dem Auto".

Tempo 30 in Ortskernen der Stadt Remagen

Mit der Maßnahme werden die Luftreinhaltung und der Lärmschutz gefördert sowie die Aufenthaltsqualität und die Verkehrssicherheit erhöht. Zudem wurde der Flickenteppich auf einigen Straßen mit häufigen Wechseln zwischen Tempo 50 und Tempo 30 beseitigt.
Eine grundsätzliche Reduzierung der Geschwindigkeit schützt schwächerer Verkehrsteilnehmende. So reduziert sich der normale Bremsweg von 25 Meter bei 50 km/h auf 9 Meter bei 30 km/h. Studien belegen zudem, dass die Lärmbelastung um etwa 2 - 3 Dezibel abnimmt. Dies liegt im deutlich wahrnehmbaren Bereich.

Dienst-Pedelecs und Dienstradleasing für Mitarbeitende der Stadtverwaltung

Seit Ende 2021 stehen den Mitarbeitenden der Stadt Remagen neben den Dienstwagen auch Pedelecs für Dienstfahrten zur Verfügung. Zusätzlich können Mitarbeitende seit Frühjahr 2022 zusätzlich das Angebot
des Dienstradleasings in Anspruch nehmen.

Gerade für kurze Fahrten in der Kernstadt stellen Pedelecs eine gute Alternative zum PKW dar. Man ist schnell vor Ort und muss keinen Parkplatz suchen. Aber auch alle anderen Ortsteile sind dank der Elektrounterstützung gut zu erreichen“ 
- Bürgermeister Björn Ingendahl 


E-Ladesäulen im Stadtgebiet

Seit 2023 betreibt die Stadt Remagen sechs E-Ladesäulen an zentralen Standorten im Stadtgebiet.  Damit erweitert die Stadt Remagen das  Angebot an privatwirtschaftlich geführten Ladesäulen auf dem Stadtgebiet mit dem Ziel, die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge zu verbessern und eine nachhaltige Mobilität in der Region zu fördern. Eine Übersicht über die Standorte der E-Ladesäulen finden Sie im Bereich Mobilität.




Mobilitätsmaßnahmen in Planung

Zudem bringt sich die Stadt Remagen in verschiedenen überregionalen Gremien und Arbeitsgruppen ein. Derzeit sind unter anderem folgende Maßnahmen geplant:

  • Mobilitätsstationen an den Bahnhöfen Remagen und Oberwinter (Sommer 2026)
  • Ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz für das Stadtgebiet Remagen
  • Pendlerradroute (in Kooperation mit dem Landesbetrieb Mobilität)

Weitere Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Remagen

  • 100% Ökostrom in städtischen Gebäuden: Seit Januar 2021 werden alle städtischen Gebäude der Stadt Remagen mit Öko-Strom versorgt
  • Erhalt von CO2-Senken durch torffreie Erde: Die Stadt Remagen verzichtet bei der Bepflanzung ihres Stadtgebiets auf torfhaltige Erde, welche aus Mooren entnommen wird. Für den Abbau von Torf müssen Hochmoore, die sehr wichtige CO2-Senken sind, entwässert werden. Dadurch geht ein hoch spezialisierter Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten verloren und eine große Menge an Treibhausgas-Emissionen entstehen. Moore speichern mehr CO2 als die oberirdische Biomasse aller Wälder zusammengenommen. Mit der Verwendung torffreier Erde leistet Jede und Jeder einen großen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.

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