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Geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke zwischen Remagen und Erpel

Stadt Remagen

Die Idee ...

Stadt RemagenDie Stadt Remagen denkt zusammen mit der Ortsgemeinde Erpel und der Verbandsgemeinde Unkel darüber nach, an der Stelle der historischen Ludendorff-Brücke ("Brücke von Remagen") zwischen der Stadt Remagen und der gegenüberliegenden Ortsgemeinde Erpel eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Rhein zu errichten.

Gleichzeitig sollen die Köpfe der historischen Ludendorff-Brücke einer nachhaltigen Sanierung und Nutzung zugeführt werden.

In Ergänzung zur Personenfähre „Nixe“ soll diese Brücke die beiden Rheinseiten rund um die Uhr miteinander verbinden. Eine Brücke für Autos ist nicht vorgesehen.


Der tragende Gedanke ...

... ist die Chance zu ergreifen und eine Brücke zu schlagen - über den Rhein sowie aus der Geschichte in die Zukunft ...

  • Sanierung des Erpeler Brückenkopfes und Wiederöffnung des Remagener Friedensmuseums
  • Sanierung der national wertvollen Denkmale als Teil der zeitgeschichtlichen Achse "Haus der Geschichte Bonn - Adenauer-Haus Bad Honnef - Willy-Brandt-Forum Unkel"
  • rheinübergreifende Kulturkooperation unter Einbindung des ehemaligen Erpeler Eisenbahntunnels
  • kulturelle Weiterentwicklung des Bauwerkskomplexes zu einem lebendigen Symbol für Frieden und Versöhnung - anknüpfend an das Friedensmuseum Remagen und die Nähe zu den Petersberger Gesprächen
  • Herstellung einer wichtigen und klimafreundlichen 24/7-Verbindung für Alltagsverkehre zu Arbeit, Schule, Versorgung und zur Verknüpfung des öffentlichen Nahverkehrs beidseits des Rheins - als Lückenschluss zwischen Bonn und Neuwied und in Ergänzung zu den vorhandenen Personen- und Autofähren


Was bisher geschah ...

Im Rahmen eines ersten gemeinsamen Gesprächs mit Vertretern zuständiger Behörden für die Themen

  • Landesplanungund Raumordnung
  • Natur- und Umweltschutz
  • Denkmalschutz
  • DB/ Europäische Bahnstrecke
  • Rhein/ Bundeswasserstraße
  • Straßen/ Bundesstraße B42/ sonstige Straßen/ Radwege

zeigte sich, dass das Projekt für alle Beteiligten eine vielfach herausfordernde Aufgabe wird, es aber grundsätzlich aus Sicht der Behörden kein direkt erkennbares KO-Kriterium gab.

In Treffen mit Experten verschiedenster Hochschulen und Universitäten aus den Fachbereichen Raumplanung/Städtebau, Tourismus und Marketing oder auch mit dem Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz wurde das Projekt als als durchweg positiv, interessant, zukunftsweisend und unterstützenswert angesehen. Nicht nur hier, sondern auch von weiteren angesprochenen Personen, Institutionen, Behörden und Forschungseinrichtungen gibt es viele Angebote, sich nach den jeweiligen Möglichkeiten unterstützend in die Projektierung einzubringen.

Die Presseberichterstattung, regional, national, aber auch international ist ebenfalls durchweg positiv.


Stadt Remagen

Online-Befragung im März 2020

Im Rahmen einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung sollte in Erfahrung gebracht werden, wie die Bürgerinnen und Bürger und die Gewerbetreibenden vor Ort das geplante Brückenprojekt einschätzen und welche Chancen und Herausforderungen sie darin sehen.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurde dies in Form einer Online-Befragung durchgeführt, die von Prof. Dr. Holger J. Schmidt und seinem Projektteam von der Hochschule Koblenz wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wurde.

Die Ergebnisse der Online-Befragung zeigen große Zustimmung: Aus der Gesamtauswertung ergab sich, dass das Projekt offenbar genau im Zeitgeist liegt. Die Befragten gehen durchweg, teilweise sogar bis zu 90 Prozent, davon aus, dass sich das Projekt positiv auf die Kommunen und die Region auswirkt: auf ihren Bekanntheitsgrad und die touristische Anziehungskraft, auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt, auf die Attraktivität als Wohnort – und auf den dauerhaften Erhalt der historischen Brückenköpfe. Auch mit Blick auf den Verkehr werden Vorteile erwartet: eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens aufgrund wegfallender Umwegfahrten sowie eine bessere Verknüpfung des öffentlichen Verkehrs über den Rhein hinweg.

Die Befragten erwarten nicht nur allgemein Vorteile, sondern geben auch vielfach an, die Brücke konkret nutzen zu wollen – zum Besuch von Freunden, Verwandten, Freizeitmöglichkeiten und Geschäften auf der anderen Rheinseite. Über 60% wollen ihre Autofahrten reduzieren, wenn die Brücke erst einmal steht. Somit leistete die Brücke einen wichtigen Beitrag zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Mobilität.

Die Vorbehalte gegenüber dem Projekt (rund 6 Prozent der Befragten äußern sich ablehnend) sind überschaubar. Sie äußern sich weniger in Form harter Kritik, sondern eher in Hinweisen und Anforderungen, die die Befragten an eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke stellen: So sollten die Kosten im Rahmen bleiben und die Anbindung sollte in Bezug auf Verkehr, Parkplätze und Barrierefreiheit auch im Interesse der Anwohner gut durchdacht sein. Hinsichtlich der Gestaltung sollte die Brücke Geschichte mit Zukunft verbinden, sie sollte zwar etwas Besonderes, aber trotzdem eher zurückhaltend und auch nachhaltig sein.

Stadt Remagen„Diese Ergebnisse übertreffen bei Weitem, was wir uns bei allem Optimismus erhofft hatten. Die insgesamt fast 20.000 Anmerkungen und teilweise sehr umfangreichen Stellungnahmen aus der Befragung sind ein sehr wertvoller Fundus für die weiteren Arbeiten zum Brückenprojekt. Mit dem positiven Rückenwind aus der Befragung werden wir im nächsten Schritt die raumordnerischen und stadtplanerischen Aspekte untersuchen lassen, sowie eine ingenieurtechnische Machbarkeitsstudie beauftragen, die auch Auskunft über die zu erwartenden Kosten geben wird“, schilderte Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl den weiteren Ablauf.

„Das starke Votum der Bürgerinnen und Bürger ist für uns nach der überwältigenden Zustimmung durch die Mitglieder des Ortsgemeinderats Erpel und Verbandsgemeinderats Unkel nochmal Motivation, mit ganzer Kraft weiter zu machen. Ich teile die Einschätzung der Befragten, dass sich das Projekt besonders positiv für Denkmalschutz, Gastronomie und Tourismus auswirken wird. Aber jeder Einzelne wird auch für sich Vorteile durch die 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche zur Verfügung stehende Möglichkeit zur Rheinquerung haben – und dies unabhängig vom Wasserstand des Rheins. Dies dürfte auch mit ein Grund dafür gewesen sein, dass die Idee quer durch die Generationen nahezu identisch hohe Zustimmung erfuhr. Schließlich hat uns auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) seine Unterstützung für dieses Projekt zugesagt. Es ist nun an der Zeit, sich der vielpropagierten Verkehrswende ernsthaft anzunehmen – mit einem konkreten fassbaren Projekt“, so Unkels Verbandsbürgermeister Karsten Fehr, der sich auch über die Unterstützung durch das Projekt „Starke Kommunen – Starkes Land“ des Landes Rheinland-Pfalz freut.

Einig sind sich die beiden mit Günter Hirzmann, dem Ortsbürgermeister von Erpel, auch darin:

„Gerade in Zeiten wie diesen braucht es Träume, Visionen und positive Symbole. Und dieser Traum einer nachhaltigen Verbindung zwischen den beiden Rheinseiten und zwischen Vergangenheit und Zukunft rückt einer Realisierung gerade wieder einen Schritt näher.“

Ergebnisbericht zum Download >>>


Wie geht es weiter ?

Bereits beauftragt sind ein Masterstudienprojekt am Fachbereich "Raum- und Umweltplanung" der TU Kaiserslautern, das die raumordnerischen und stadtplanerischen Aspekte rund um die geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke untersuchen soll, sowie eine ingenieurtechnische Machbarkeitsstudie, die nähere Kenntnisse zur technischen Machbarkeit und auch Auskunft über die zu erwartenden Kosten geben wird.

Abhängig von diesen Ergebnissen, mit denen bis Ende des Jahres 2020 gerechnet werden kann, wird dann über den weiteren Verlauf des Projektes entschieden.


Ansprechpartner


Stadt Remagen
Marc Bors
02642 20154
Verbandsgemeindeverwaltung Unkel
Sonja Klewitz
02224 180641