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Remagen - Stadt am Rhein
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Geschichte und Geschichten

- 2000 Jahre Remagen - Aspekte einer vielfältigen Geschichte

- Wappenerklärung

- Zeittafel zur römischen Geschichte in Remagen

- Die Geschichte zum Rolandsbogen

 2000 Jahre Remagen
- Aspekte einer vielfältigen Geschichte

 von Kurt Kleemann 

Viele der Entwicklungen, die Remagen im Lauf der Zeit geprägt haben, lassen sich nicht mit einer konkreten Jahreszahl fassen. So verhält es sich auch mit den Anfängen der römische MünzeSiedlung. Schon lange war bekannt, dass Remagen in die römische Epoche zu datieren ist. Im Jahre 1900 wurden bei den Ausschachtungsarbeiten für den Erweiterungsbau der Pfarrkirche St. Peter und Paul die Reste einer Palisade gefunden. Damals nahm man an, Drusus habe hier während seiner Germanenfeldzüge (12-9 vor Chr.) ein Kastell anlegen lassen. So wurden eine Straße und ein Platz nach dem Stiefsohn des Augustus benannt. Die Datierung des Kastells musste bald geändert werden, und es ist bis heute nicht geklärt, wann zuerst eine 500 Mann starke Hilfstruppe stationiert wurde. Nachgewiesen ist, dass die Palisade zwischen 6 vor Chr. und 6 nach Chr. errichtet wurde. Ob sie eine keltische oder eine germanische Siedlung umschloss oder doch ein römisches Militärlager, ist derzeit nicht zu entscheiden.

Der Name RIGOMAGUS ist keltischen Ursprungs und wurde im Bericht des römischen Historikers Ammianus Marcellinus über den Germanenfeldzug des Kaisers SiegelJulian zum Jahre 356 erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war das Kastell schon mit einer Festungsmauer umgeben, deren Kern am Deichweg und auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus sichtbar erhalten ist. Zahlreiche Funde aus der römischen Kaserne, der Siedlung vor ihren Toren und den Gräberfeldern sind im RÖMISCHEN MUSEUM REMAGEN zu besichtigen. 1905 wurde eine Kapelle des 15./16. Jahrhunderts zum Museum ausgebaut. Dabei wurden die Reste eines Säulenganges gefunden und erhalten, die zum Eingangsbereich des Stabsgebäudes des römischen Kastells gehörten.

Auch das Ende des römischen Truppenstandorts am Ende des 4. oder am Anfang des 5. Jahrhunderts ist nicht bekannt. Ein Teil der romanischen Bevölkerung verblieb im Mauerring. In der Mitte des 5. Jahrhunderts gab es dort eine Kirche, auf die Pfarrhoftormöglicherweise die Pfarrkirche mit ihrem sehr alten Patrozinium St. Peter und Paul zurückgeht. Vor den Mauern ließen sich fränkische Siedler nieder. Sie legten ihren Friedhof auf dem heutigen Apollinarisberg an, wo eine dem fränkischen Nationalheiligen Martin von Tours geweihte Kapelle errichtet wurde. 1110/1117 siedelten die Einwohner von Remagen dort mit Hilfe des Erzbischofs Friedrich von Köln Mönche aus dem Kloster Siegburg an. Nachdem diese Propstei mit Reliquien des heiligen Apollinaris ausgestattet worden war, entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert eine Wallfahrt auf den bald danach so genannten Apollinarisberg. 1803 wurde das Kloster aufgelöst, nachdem die Mönche die Reliquien schon zuvor vor den anrückenden Truppen des französischen Revolutionsheeres in Sicherheit gebracht hatten. Das Klostergut wurde verkauft und gelangte in den Besitz des Grafen Egon von Fürstenberg-Stammheim, der die romanische Kirche 1838 wegen Baufälligkeit abreißen ließ. An ihrer Stelle wurde durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner ein Neubau errichtet, der 1843-1852 von Malern der Düsseldorfer Nazarenerschule vollkommen mit Fresken ausgemalt wurde. 1857 wurde das Franziskanerkloster auf dem Apollinarisberg gegründet.

Erzbischof Friedrich gründete 1126 auf einer Insel im Rhein, gegenüber der Burg Rolandseck, die er einige Jahre zuvor hatte errichten lassen, ein Nonnenkloster. Nach einem Brand wurden die Gebäude 1773-75 neu errichtet. Erst im 19. Jahrhundert erhielt die "Liebfraueninsel" den Namen "Nonnenwerth". 1854 gründeten Franziskanerinnen erneut ein Kloster dort und bauten eine Schule mit Internat auf. Die Burg Rolandseck wurde im 17. Jahrhundert zerstört. Der letzte Fensterbogen der Ruine stürzte 1839 ein. Auf Initiative des Dichters Ferdinand Freiligrath wurde der "Rolandsbogen" 1840 wieder aufgerichtet.

Urkundlich wird Remagen erstmals 755 genannt. Odilbert schenkte der Abtei Stablo einen Wingert. Über mehrere Jahrhunderte hinweg sind solche Schenkungen von Bauernhöfen, Äckern, Weingärten, Wäldern oder den Einkünften daraus die einzigen Nachrichten über Remagen bis zu den schon genannten Urkunden von 1110/17 und 1221, in denen Remagener als selbstbewusst handelnde Bürger auftreten. Doch die Entwicklung zu einer "freien Stadt" wurde unterbrochen. 1198 wurde Remagen während der Streitigkeiten um das Königtum niedergebrannt. Erst 1246 konnte der durch den Pfarrer Richard veranlasste Neubau von St. Peter und Paul geweiht werden. 1248 wurde Remagen von König Wilhelm von Holland vollständig an den Grafen Adolf von Berg verpfändet. 1357 gestattete Kaiser Karl IV.  dem Grafen von Berg, das ausdrücklich als "Dorf" bezeichnete Remagen mit einer Mauer zu befestigen. Bis 1794 blieb Remagen eine kleine Stadt, deren Landesherr zuletzt der Herzog von Jülich war. Neben den jährlich gewählten Bürgermeistern bestimmten Amtmänner und Vögte des Herzogs die Geschicke der Stadt.

Ein wichtiger Schritt war die Einführung der Reformation in Oberwinter 1549. Von katholischen Landesherren wurden die kleinen reformierten Gemeinden in Oberwinter und Remagen geduldet. Juden sind ab 1250 als Einwohner bezeugt. In späteren Berichten wird das gute Einvernehmen der Konfessionen betont. In zahlreichen Kriegen wurden Remagen und die umliegenden Orte mehrfach zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. 1666 wütete die Pest und tötete fast die Hälfte der Einwohner. Die wirtschaftlichen Folgen der Kriege wurden erst im 18. Jahrhundert überwunden.

Ein weiterer Einschnitt kam im September 1794 mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen. Remagen wurde französische "Mairie", der die Orte Bodendorf, Oedingen und Rolandswerth zugeschlagen wurden. Diese Zuordnung wurde 1815 beibehalten, als die Rheinlande preußisch wurden.

Die wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts sprengte die mittelalterlichen Stadtmauern. Das Dampfschiff veränderte zunächst das Transportwesen. 1858/59 erreichte die rheinische Eisenbahn Remagen und verband es mit Bonn, Köln und Koblenz; 1880 folgte die Ahrtalbahn. Der Rhein wurde von Touristen entdeckt. Nicht zuletzt die neue Apollinariskirche lockte Besucher nach Remagen. Hotels der gehobenen Klasse wie das "König von Preußen" und das "Fürstenberg" der Familie Caracciola veränderten die Rheinfront, die zu einer Promenade ausgebaut wurde. Reiche Unternehmer bauten mit Humboldtstein, Marienfels, Calmuth, Herresberg und Ernich herrschaftliche Wohnsitze in bevorzugter Lage über dem Rhein.

Dieser Entwicklung setzte der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Besatzungszeit ein Ende. Fast gleichzeitig wurde der Weinbau, der über mehr als ein Jahrtausend die Wirtschaft bestimmt hatte, innerhalb von wenigen Jahren ein Opfer von Schädlingen.

Brücke von Remagen 1945Am Ende des 2. Weltkrieges wurde Remagen durch Bomben schwer getroffen. Der unerwartete Rheinübergang von US-Truppen am 7. März 1945, der die "Brücke von Remagen" weltberühmt machte, hat die Stadt vielleicht vor noch schlimmeren Schäden bewahrt. Das riesige Kriegsgefangenenlager, verwandelte im Frühjahr 1945 die "Goldenen Meile" in ein Feld des Leidens, das bei Vielen auch Jahrzehnte später noch schmerzliche Erinnerungen weckt.

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 brachte die Nähe zum Regierungssitz Bonn zunächst eher Nachteile für Remagen, wurden doch zahlreiche Hotels und Gebäude für die Zwecke des französischen Hohen Kommissars André Francois-Poncet in Beschlag genommen. Mit einer großzügigen Stiftung hat Francois-Poncet aber auch zum Wiederaufbau und zur Verschönerung der Stadt beigetragen. Ernich war 1955-1999 Residenz der Botschafter der Französischen Republik.

Die Aufnahme von mehr als 600 Flüchtlingen und die Nähe zu Bonn ließ die Einwohnerzahlen von Stadt und Amt Remagen rasch steigen: Seit 1939 hat sie sich Remagen 1951fast verdoppelt, seit 1815 verfünffacht. Heute (Stand 31.12.2004) hat die Stadt Remagen insgesamt 17.025 Einwohner, von denen 7.076 in Remagen selbst wohnen. Dieser Anstieg erforderte viele Infrastrukturmaßnahmen. Neubaugebiete, Straßen, Kindergärten, Schulen, Sportstätten und Krankenhaus haben das Stadtbild in den letzten Jahrzehnten stark verändert.

Bei der Kommunalreform 1969 schlossen sich die zuvor selbstständigen Gemeinden Oberwinter, Oedingen, Remagen, Rolandswerth und Unkelbach zur "Stadt Remagen" zusammen, während Bodendorf ausschied.


Der Umzug von Regierung und Parlament von Bonn nach Berlin hat Remagen stark betroffen. Als Ausgleichsmaßnahme wurde der RheinAhrCampus der Fachhochschule Koblenz errichtet. Sie bestimmt die Entwicklung zwischen den Ortsteilen Remagen und Kripp  und hat schon viele junge Menschen  in die alte "Römerstadt" gezogen.
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 Zeittafel zur römischen Geschichte in Remagen

von Kurt Kleemann

58-51 v. Chr.  Caesar erobert Gallien bis zum Rhein
39/38 v. Chr. Gründung des Oppidum Ubiorum (Köln)
12-9 v. Chr. Germanenfeldzüge des Drusus, Anlage von Militärlagern 
8 v. Chr. Umsiedlung der germanischen Sugambrer ins linksrheinische Gebiet
6 v./6 n. Chr. In Remagen wird eine Holzpalisade errichtet
9 n. Chr.  Niederlage des Varus im Teutoburger Wald
11/12  Tiberius baut Militärlager am Rhein aus
15/16 Erfolglose Feldzüge des Germanicus - Rhein wird zur Grenze
um 30 Die legio I (Germanica) wird nach Bonna verlegt und baut das Legionslager
43  Eroberung Britanniens, Umstrukturierung der Truppen am Rhein durch Kaiser Claudius. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde in Remagen ein Hilfstruppenkastell angelegt
um 50  Grabstein des Dasmenus (Soldat der VIII Breukerkohorte, wohl in Remagen stationiert)
69/70  Im "Bataveraufstand" werden Kastell und Vicus zerstört. In Spanien wird die cohors I Flavia Hispanorum aufgestellt
nach 70  Die cohors II Varcianorum equitata civium Romanorum oder die cohors I Latobicorum et Varcianorum baut das Kastell wieder auf
um 83/85  Anfänge des obergermanischen Limes
98-114  Vor 114 werden zwei Inschriften zu Ehren Kaiser Trajans (98-117) an Bauwerken in Remagen angebracht
nach 110  Möglicherweise unter Kaiser Hadrian (117-138) cohors I Flavia Hispanorum nach Remagen verlegt
140/145  Unter Kaiser Antoninus Pius (138-161) unterhalb von Remagen Meilenstein an der Straße nach Köln
um 140/150  Terra-sigillata-Manufaktur Sinzig
151/161  Der Benefiziarier Titus Flavius Stilo weiht dem Rheinstrom und dem Genius loci einen Altar
162 Meilenstein für Marc Aurel und Lucius Verus
161/165?  Vier Soldaten der legio XXX weihen in Remagen mehreren Göttern einen Altar (evtl. erst Ende 2./ Anfang 3. Jh.)
190 Weihestein für Rhenus und den Genius Loci (verschollen)
195 (oder 158) Altar gestiftet vom Präfekten der cohors I Flavia
2. Hälfte 2.Jh. Grabstein des Marcus Cassius Verecundus, Veteran der cohors I Hispanorum
205  Die Gattin des Firmus, Präfekt der cohors I Flavia, weiht einen Altar
218  Altar nach dem Testament des Trompeters Gaius Iulius Piso geweiht - Bauinschrift aus Anlaß der Reparatur einer Sonnenuhr durch den Präfekten der cohors I Flavia, Petronius Athenodorus
242  Der Benefiziarier Marcus Superinus Felix weiht dem Gott Silvanus einen Altar
241/244  Der Präfekt der cohors I Flavia, Iulius Mercurialis, widmet Kaiser Gordian III. und dessen Gemahlin Sabinia eine Ehreninschrift
244/249 Der Präfekt (oder sein Stallmeister?) der cohors I Flavia Philippiana weiht verschiedenen Göttern einen Altar
250  Arcias Marinus, Priester des Jupiter Dolichenus, schenkt den Reitern der cohors I Flavia einen Altar
um 260 Fall des obergermanischen Limes
259-273  Gallisches Sonderreich mit Hauptstadt Köln
um 274/275  Germaneneinfälle am Rhein - "Münzschatz" von Remagen
356  Im Bericht des Historikers Ammianus Marcellinus über die Rückeroberung der niedergermanischen Provinz durch Kaiser Julian wird das "Rigomagum oppidum" als unzerstört erwähnt
364/375 Münzen der Kaiser Valens und Valentinian I. beschließen die Reihe der in Remagen bislang gefundenen römischen Münzen
um/nach 450  Christlicher Grabstein der Meteriola - Fragment einer Chorschranke aus einer Kirche 
6.-8. Jh.  Fränkische Gräber
6. Jh.  Christliche Grabinschrift des Felix unter Verwendung des von Marcus Superinus Felix im Jahre 242 geweihten Altars
7. Jh.  Der "Geographus Ravennas" führt "Rigomagus" in seiner Weltbeschreibung auf
7./8. Jh.  Christlicher Grabstein des Knaben Deudolfus
755 Januar 6 Odilbertus schenkt dem Kloster Stablo einen Weinberg "in castro Rigomo super fluvio Burdist"

Weitere Auskünfte zur Remagener Geschichte:
Stadtarchivar Kurt Kleemann
Bachstraße 5, 53424 Remagen
Tel.: 02642-20159 - Fax 02642-20127
E-Mail: k.kleemann@remagen.de
siehe auch Berichte im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler.
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 Die Geschichte zum Rolandsbogen
von Hermann Josef Fuchs +

Hoch über Rolandseck/Rolandswerth und der Insel Nonnenwerth ist der Rolandsbogen die nördlichste Burgruine in Rheinland-Pfalz und grüßt hinüber bis ins Nachbarland Nordrhein-Westfalen.

Der RolandsbogenGeschichte, Sage und Lied umranken den Rolandsbogen als Wahrzeichen und Touristenattraktion der Rheinlandschaft. Jährlich ist der efeuberankte Bogen das Wander- und Ausflugsziel vieler in- und ausländischer Touristen. Aber auch jene, die per Schiff zu Tal oder zu Berg eine Reise oder Ausflugsfahrt unternehmen, werfen einen Blick auf den Berg mit Bogen, der an die Zeit der Romantik erinnert. Auf dem Platz an der Burgruine lädt eine behagliche Gastronomie, die in der vierten Generation im Familienbesitz ist, ein zur geselligen Kurzweil mit herrlichem Blick auf das Rheintal.

Es war jene Zeit, als das Wort vom rheinischen Humor und Gemüt einen besonderen Klang hatte.

Das Lied vom Rolandsbogen

"Ich kam von fern gezogen zum Rhein, zum Rhein.
Beim Wirt zum Rolandsbogen da kehrt’ ich ein.
ich trank mit seiner Base auf du und du,
der Mond mit roter Nase sah zu, sah zu.

Der alte Sünder zeigte auf voll, auf voll,
mein junges Herz, es geigte in Dur und Moll.
Ich sah zwei Ringellöckchen, bomm, bomm, bomm, bomm,
die läuteten wie Glöckchen, komm, komm, komm!

Und Augen heiß wie Köhlchen von Erz, von Erz,
es hupfte in dem Bölchen mein Herz, mein Herz.
Die Welt, sie ridewanzte, jupp-hei, jupp-hei!
Der Rolandsbogen tanzte, duldei, duldei!
   
Die Maid zu meiner Linken goß ein, goß ein,
mir war’s als tät sie winken: bin dein, bin dein!
Das war ein selig Kosen zu zwein, zu zwein,
es schwammen rote Rosen im Wein, im Wein.

Sie küßte mich und lachte, ich trank und trank,
ein Miederstänglein krachte, ich sank und sank,
und als die Mondsilhouette verschwand, verschwand,
da lag die Maid im Bette und ich im Sand.

Drum kommst du, Knab’ gezogen zum Rhein, zum Rhein,
hüt’ dich vorm Rolandsbogen und seinem Wein.
Es lockt in jedem Glase, bomm, bomm, bomm, bomm,
das Glöckchenspiel der Base: komm, komm, komm."

Drehen wir das Rad der Geschichte um eineinhalb Jahrhunderte zurück. In einer stürmischen Winternacht, vom 28. zum 29. Dezember 1839, stürzte der Rolandsbogen als Rest der ehemals stolzen Burg Rolandseck ein. Eine Welt brach zusammen. Mit großem Engagement setzte sich der damals 29jährige Kaufmann, Dichter und Lyriker Ferdinand Freiligrath aus dem benachbarten Unkel für den Wiederaufbau des Bogens ein. Rund sieben Monate dauerte der Wiederaufbau an historischer Stelle. Im Juli 1840 waren die Arbeiten abgeschlossen. Ein Fest wurde gefeiert. Seitdem sind 150 Jahre vergangen. Der Rolandsbogen hielt Wetter und Kriegen stand.

Burg Rolandseck
In seinem Beitrag zur Geschichte der Burg Rolandseck und des Rolandsbogens berichtet Heinrich Neu, dass Rolandseck ein Denkmal rheinischer Geschichte ist. Die Burg präsentierte sich seit Beginn des 12. Jahrhunderts als eine der Burgen, die die Ufer des Rheintals säumten.
Der Platz, auf dem die Burg Rolandseck entstand, hat eine Geschichte, die nach vorhandenen Zeugnissen mit der Römerzeit beginnt. Auf der Höhe lag eine römische Siedlung, die mit ihren Überresten beim Bau des Hauses Sölling 1858 zutage trat.
Insel NonnenwerthIm Mittelalter soll ein Mann namens Roland Besitzer der Rheinhöhe und der Insel Nonnenwerth gewesen sein. Es will scheinen, dass er ein Grundherr in dieser Gegend war. Das Wort Rolandseck lässt die Vermutung zu. daß die vorhandene ältere Anlage wohl der Herrenhof des Rolands war.
Kloster St. Clemens auf NonnenwerthDie Rolandsage erzählt von der Heimkehr des Ritters Roland. Im Spanienfeldzug des Kaisers war er fälschlich für tot erklärt worden. Seine untröstliche Verlobte, Hildegunde, ging daraufhin in das Kloster Nonnenwerth. Als der Ritter nach Hause kommt, erfährt er von dem Schritt seiner Braut. Um ihr nahe zu sein, lässt er auf dem Felsen gegenüber der Insel die Burg bauen. Im Totenbuch des Klosters Rolandswerth und in der sogenannten Koelhoffschen Chronik der Stadt Köln findet sich die Nachricht, dass Erzbischof Friedrich l. (1100 bis 1131) die Burg Rolandseck erbaut hat. In der Folgezeit war die Burg jedoch über lange Zeit unbewohnbar. Die Wirren der damaligen Zeit taten hierzu einiges. Der Dekan Johann vom Münsterstift in Bonn  machte die Burg 1326 wieder bewohnbar. Als Gegenleistung erhielt er die Burg von seinem Verwandten, Erzbischof Heinrich II, auf Lebenszeit übertragen. Nach dem Tod von Dekan Johann war die Burg Sitz verschiedener Erzbischöfe. 1468 diente sie als Gefängnis. Die Burg wurde schließlich ein Opfer des Burgundischen Krieges, der sich entwickelte, als die Stände des Erzstiftes Köln dem Kurfürsten Ruprecht von der Pfalz auf Grund der Erblandesvereinigung den Gehorsam aufkündigten und 1473 den Domherrn Landgraf Hermann von Hessen zum Hauptmann, Beschirmer und Verweser des Erzstiftes wählten. Ruprecht von der Pfalz verbündete sich 1474 mit dem mächtigen Herzog Karl dem Kühnen von Burgund. In den kriegerischen Auseinandersetzungen befehligte der Kurfürst Albrecht Achilles von Brandenburg Truppen des Kurfürsten, die gegen Ruprecht von der Pfalz bzw. gegen die Burgunder vorgingen. Er rückte von Andernach vor, um die Burg Rolandseck einzunehmen. Zur Sicherung des Heeres, das Linz belagerte, besetzten diese Truppen am 22. Februar 1475 die Insel bei Rolandswerth. Während dieser Operation muss die Burg Rolandseck zur Ruine geworden sein, wobei ein Teil der Burg niederbrannte.
Zum Steinbruch machte die Äbtissin Sybille Bielefeld von Nonnenwerth die alten Gemäuer der Burgruine in den Jahren 1619 bis 1622, nachdem wegen Hochwassers Schutzmaßnahmen zur Sicherung der Südspitze der Insel, die der Strömung ausgesetzt ist, notwendig geworden waren. 1670 berichtet Martin Henriquez von Strevesdorff in einer poetischen Beschreibung der Erzdiözese Köln, daß die Burg auf Rolandseck "schon längst zusammengefallen und durch alte Zeiten verkommen sei. Nur ein Stück Mauer stand noch da, ein letzter Bogen, durch den man auf den Rhein und Drachenfels blicken konnte".

Einsturz und Wiederaufbau des Rolandsbogens
Über dreieinhalb Jahrhunderte hielt der Bogen der Burgruine, inzwischen zu einem Begriff der Rheinromantik geworden, der Zeichner, Maler und Dichter inspirierte. Doch in der Winternacht vom 28. zum 29. Dezember beugte sich das altersschwache Gemäuer einem Sturm und stürzte ein.
Wenige Tage nach dem Einsturz des Bogens, es war der 6. Januar 1840, befand sich der im benachbarten Unkel wohnende Dichter Ferdinand Freiligrath auf der Rückfahrt aus seiner westfälischen Heimat. In Bad Godesberg hatte er eine Postkutsche nach Rolandseck genommen. Er blickte zum Wagenfenster hinaus und erstarrte. Er fand den Bogen nicht wieder an gewohnter Stelle. Freiligrath war bestürzt von der ihn überraschenden Situation. Spontan veröffentlichte er am 12. Januar 1840 in der Kölnischen Zeitung einen zwanzig Strophen umfassenden Spendenaufruf zum Wiederaufbau des Rolandsbogens, der einen nicht voraussehbaren Erfolg hatte. In den kommenden Wochen veröffentlichte die Expedition der Kölnischen Zeitung fast täglich die Spendeneingänge. Bis Februar waren bereits 392 Taler, 9 Silbergroschen und 6 Pfennige in den Wiederaufbaufonds geflossen.
Nur hatte der Dichter Freiligrath bei seiner Begeisterung über den durchschlagenden Erfolg der Spendenaktion übersehen, dass die Ruine und der Platz kein "Niemandsland", sondern Privatbesitz der Prinzessin Marianne von Preußen war. Freiligrath stellte seine Sammlung unverzüglich ein und trat in Verhandlungen mit der Prinzessin. Freiligrath hält fest, "dass die prinzliche Hoheit das Restaurationssümmchen jedenfalls selbst aus dem Ärmel geschüttelt haben, wenn ich Vagabund ihr nicht zuvorgekommen wäre". In einem Brief an seinen Verleger heißt es weiter: "Nun gilt es schnell sein und dem Frauenzimmer einen Fußfalltun. -Sie muss einsehen, dass schöner ist, wenn das Volk den Bogen wieder aufbaut". Die Prinzessin willigte ein. Ihren eigenen für den Wiederaufbau des Rolandsbogens bereitgestellten Betrag - es waren 450 Taler - stiftete sie an den Schulfonds der unterhalb der Ruine gelegenen Gemeinde Rolandswerth.

Der Rolandsbogen
Als Architekten zum Wiederaufbau des Rolandsbogens gewann Freiligrath den Kölner Bauinspektor und späteren Dombaumeister Ernst Zwirner, der um diese Zeit mit dem Bau der Remagener Apollinariskirche beschäftigt war. Rund sieben Monate dauerten die Wiederaufbauarbeiten. Im Juli 1840 wurde Richtfest am Bogen gefeiert.
Freiligrath hielt die Baurede, in der es unter anderem heißt: "Nun, Meister und Geselle. verlasst mir das Gerüst. Legt ab nun Schurz und Kelle, ruht aus zu dieser Frist. Umsonst nicht kam geflogen so mancher gute Stein. Vollendet steht der Bogen und spiegelt sich im Rhein." Am 2. September 1840 erscheint in der Kölnischen Zeitung eine Anzeige zur Eröffnung des Gasthofes "Zur Rolandsburg" bei Franz Küpper am Sonntag, 6. September 1840 mit Table d'Höte. Gleichzeitig ist in der Anzeige vermerkt, dass der Neubau der Ruine Rolandseck bis zum 6. September vollendet sein wird.
Am 10. März 1841 war die Wiederherstellung des Rolandsbogens insgesamt abgeschlossen. Freiligrath berichtet: "Ich bin nach Rolandseck gewesen und habe beim letzten Komitee präsidiert. Die Rechnungen sind nunmehr alle in Ordnung und werden dem Publikum öffentlich vorgelegt."
Die Rechnungslegung erschien in der Kölnischen Zeitung am 20. März 1841. Die Gesamteinnahmen aus Spenden, Erlös aus Verkauf von Gerüstholz und Brettern beliefen sich auf 565 Taler und 17 Silbergroschen. In Ausgaben fielen 561 Taler, 10 Silbergroschen und 4 Pfennige an, verblieb ein Bestand von 4 Talern, 6 Silbergroschen und 8 Pfennigen. An weiteren Spenden gingen noch 24 Taler ein. Das Komitee bestimmte, daß der verbleibende Gesamtbestand dem Fonds zum Bau der Rolandswerther Schule zugeführt und bei der Bürgermeisterei Remagen zu fünf Prozent verzinsbar hinterlegt werde.

Ein Denkmal für Freiligrath
Vor 150 Jahren sicherte der Dichter Ferdinand Freiligrath mit seinem Spendenaufruf den Wiederaufbau des Rolandsbogens. Auf Initiative von 22 Bürgern aus der Umgegend wurde ihm zu Ehren unterhalb des Rolandsbogens vor rund 75 Jahren ein Denkmal gesetzt. Die Grundsteinlegung fand am 17. Juni 1910 anläßlich des 100. Geburtstages des Dichters statt. Die Einweihung erfolgte am 17. Juni 1914. Die Büste wurde von dem englischen Bildhauer Siegfried M. Wiens, einem Enkel des Dichters, geschaffen. Die Kosten beliefen sich auf 33 000 Mark.
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 Wappen der Stadt Remagen

Kopieren ist nicht gestattet.Wappenbeschreibung:
In Rot über einem von einer silbernen Säule getragenen gezinnten silbernen Doppelbogen eine silberne Burg mit einer breiten rundem Kuppelturm mit grüner Kuppel zwischen zwei übereckstehenden silbernen Zinnetürmen, im Bogen ein linkshin springender, gekrönter goldener Wolf.

Wappenerklärung:
Das Wappen wurde aus dem "Großen Stadtsiegel" von 1221 entwickelt.

Die Deutung des Remagener Siegels ist nur zu einem Teil sicher. Während Zinnen und Türme zweifellos als Hinweis auf die Stadtrechte zu verstehen sind, gibt der gekrönte Wolf vor der Doppelarkade Rätsel auf. Lediglich die Krone ist ein eindeutiges Symbol, das nur auf den König bzw. das Reich hinweisen kann.
Mit einem zu seinen Füßen liegenden Wolf wird der hl. Remaclus, Patron der Abtei Stablo-Malmedy, abgebildet. Der Bezug zu Remagen könnte dadurch gegeben sein, daß die erwähnte Abtei in Remagen einen Hof besaß.



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